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Bergpanorama, © Roswitha Schöllhorn

Hörnerdörfer Aktuell - Juni 2015Hörnerdörfer Aktuell - Juni 2015

Sagenhaftes Gestein - die Sturmannshöhle in Obermaiselstein

Wir schreiben den 23. Juli 1905. 200 Lampions flackern im Dunkel. Lichter huschen über steile, feuchte Gesteinsschichten und von unten braust das schauerliche Dröhnen wilder Wassermassen. Im Schatten möchte man fast die Wilden Fräulein tanzen sehen und so manchem wird es mulmig als sich die Gruppe weiterdrängt, in enge Gänge, über Holzstege, hinein in 120 Millionen Jahre Erdgeschichte.

Tief hinein in den Schwarzenberg, durch enge Stollen bis zum Drachentor. An diesem Julitag einer über 90 Grad steilen, längsförmigen Ellipse aufgefaltet wurde. Eindringendes Wasser und Verwerfungen bildeten entlang einer senkrechten Schichtfuge einen rund 460 Meter langen Spalt, der auf knapp 290 Metern begehbar ist. Vorstellen muss man sich den Schwarzenberg wie ein riesiges Törtchen: Schicht um Schicht lagerten sich im Laufe der Erdgeschichte verschiedene Gesteine wie Blätterteig übereinander. Als dieser „Teig“ von großen Kräften zu Hügeln, Bergen und Gebirgen geknetet und gefaltet wurde, beträchtlichem Volumen. Pollen, die darin eingeschlossen waren, erlaubten das Alter des Eises zu datieren: 20.000 Jahre. Ein Relikt der letzten Eiszeit also, der Würm­Eiszeit. Inzwischen ist der Eisblock weggeschmolzen.