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Jungvieh auf der Weide

Alpe Gund, © Obermaiselstein

Früher Morgen am Viehscheidtag Allgemein stellt man sich das tägliche Leben auf der Alpe wie im Paradies vor: Eine herrliche Landschaft - blühende Bergblumen - die himmlische Ruhe - und zu guter Letzt noch eine hübsche Sennerin, die vor der Hütte auf einer Bank sitzt und Zither spielt.

Ein schöner Traum - oder besser gesagt “Klischee”.
Der Alltag sieht weitaus weniger romantisch aus. Meist hat der Älpler neben dem Jungvieh noch ein oder zwei Kühe, die zweimal täglich für den Eigenbedarf gemolken werden müssen. Das Vieh bleibt den ganzen Sommer über Tag und Nacht auf den Alpweiden, teilweise besitzen die Alpen nur Notställe für kurzzeitige Unterstellmöglichkeit. Bei jedem Wetter muss der Hirte draußen sein, beim “Übrluege”, und sich vergewissern, dass noch alle Tiere vorhanden und gesund sind. Sollte sich eines bei der Futtersuche in unwegsames Gelände verstiegen haben, so muss er es sicher wieder zur Herde bringen.

Von Zeit zu Zeit muss die gesamte Herde in einen neuen Einschlag gebracht werden. Die Einzäunungen der verschiedenen Weideflächen müssen kontrolliert, versetzt und nach Bedarf repariert werden. Zur Pflege der Weide gehört auch das Unkrautmähen und Steine sammeln. Die Pflege der kranken und verletzten Tiere gehört ebenfalls zum Alltag des Hirten. Daneben bleibt noch etwas Zeit den Alltag zu führen und die Stallungen in Ordnung zu halten.
Diese verschiedenen Aufgaben fallen täglich an, eine 5-Tage-Woche kennt der Alphirte nicht. Dennoch möchte keiner diesen verantwortungsvollen Beruf missen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit arbeitet auf der Alpe meist nur eine Person. Die zahlreichen Aufgaben lassen den Hirten deshalb nur wenig Zeit, den wandernden Gästen eine große Bewirtung anzubieten. Auf den meisten Alpen kann man jedoch Getränke, teilweise auch frische Milch und belegte Brote bekommen.